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Hadassah Emmerich
Seance
11. Juni - 17. Juli 2010
Seance
11. Juni - 17. Juli 2010
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Mit großer Freude kündigen wir die Einzelausstellung „Seance“ mit neuen Werken von Hadassah Emmerich an. Die 1974 in Heerlen (NL) geborene Künstlerin lebt und arbeitet heute in Berlin. Nach ihrem Studium an der Academie voor Beeldende Kunsten in Maastricht und am Hoger Instituut, Antwerpen, schloss Emmerich mit einem Master in Fine Art am angesehenen Goldsmith’s College, London ab. Ihre Gemälde, Zeichnungen, Drucke und Wandmalereien waren in den letzten Jahren in internationalen Museen und Institutionen zu sehen, u.a. Erasmus Huis, Jakarta; Museum für Gestaltung, Zürich (beide 2010); Centraal Museum, Utrecht (2009); National Gallery of Art, Warschau; MOCA Miami; van Abbemuseum, Eindhoven; Kunstverein Wolfsburg; Künstlerhaus Bethanien, Berlin; Bielefelder Kunstverein (alle 2008), Bonnefantenmuseum, Maastricht (2007); Museum of Contemporary Art, Den Haag (2005).

Cosmic Hyperbole, 2010, mixed media on paper, 120 x 120cm
Hadassah Emmerich beschäftigt sich in ihren Werken mit Exotismus, dem eurozentristischen Blick auf die Fremde, welcher vor allem deren „exotische“ Aspekte betrachtet und deren Ureinwohner gerne zu „edlen Wilden“ stilisiert. Die in den Niederlanden aufgewachsene Künstlerin mit deutschen, chinesischen und indonesischen Wurzeln prüft in ihrer Arbeit einerseits die eigene Existenz zwischen diesen diversen Kulturen, ohne dabei einer einzigen wirklich zugehörig zu sein. Andererseits verarbeitet sie die Methoden und Stilrichtungen jener Epochen, Kulturen oder Personen, die sie im Zusammenhang mit ihren Recherchen zum Exotismus und Orientalismus untersucht. Indem einige ihrer Werke wirken, als wären sie im Bali der 1960er Jahre oder im Jakarta der 1920er entstanden, fordert Emmerich unsere Interpretationen und Erwartungen an gewisse Bildwelten und ikonographische Stile heraus.
Charakteristisch für ihre Arbeit sind die kurvenreichen, geradezu sinnlichen Linien, die Emmerichs Zeichnungen, Gemälde, Wandmalereien und Drucke bestimmen. In die ornamentalen Abstraktionen sind Blüten, Köpfe, Körper, Bücher oder afrikanische Masken verstrickt. Die Palette der Künstlerin hat sich über die Jahre verändert: war sie zunächst von einer feminin wirkenden grellen Fröhlichkeit bestimmt, so ist sie mit der Zeit dunkler und stiller geworden, was eine Assoziation zur altmeisterlichen Malerei hervorruft. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Tatsache, dass Emmerich ihre Ausstellungen vermehrt im Sinne eines Salon inszeniert: eine ocker-bräunliche Wandfarbe als Grundlage für Petersburger Hängung.
Es freut mich besonders, dass Hadassah Emmerich die Drucktechnik in ihre Arbeit integriert, ein in der zeitgenössischen Kunst oftmals unterschätztes Medium. Es ist wohl ihrer intensiven Auseinandersetzung mit vergangenen Kunstepochen zu verdanken – man denke an Grafiken Deutscher Expressionisten und Paul Gaugin und deren Begeisterung für die „primitiven“ Kulturen – dass Emmerich den ausdrucksstarken Reiz dieser Praxis wiederentdeckt hat und für ihre Werke verwendet. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass es sich bei Hadassah Emmerichs Linol- oder Holzschnitten um Monotypien handelt: die Platten werden mit jeweils anderen Farben bearbeitet und anschließend von Hand gedruckt; es sind daher keine Editionen, sondern Unikate – kein Blatt gleicht dem anderen. Des weiteren ist zu beachten, dass Emmerich ihre Druckstöcke nicht nur für einzelne grafische Blätter nutzt, sondern die Platten auch in größere Gemälde oder Zeichnungen einarbeitet. So greift sie die gleichen Bildmotive nochmals auf, um sie jedoch in einem anderen Kontext selbst-referenziell zu verarbeiten.
Es ist beeindruckend zu sehen, dass Hadassah Emmerichs Umgang mit den Vorbildern vergangener Epochen und den großen Themen des Kolonialismus und der Globalisierung trotz wissenschaftlicher Recherchearbeit immer auch phantasievoll-spielerisch bleibt. So wohnt den Werken letztendlich ein geheimnisvoller Zauber inne und mit leichtem Schaudern meint man, zwischen den verschlungenen Arabesken wie durch das Blattwerk eines wildwuchernden Dschungels in eine „dunkel lockende Welt“ zu blicken.
Charakteristisch für ihre Arbeit sind die kurvenreichen, geradezu sinnlichen Linien, die Emmerichs Zeichnungen, Gemälde, Wandmalereien und Drucke bestimmen. In die ornamentalen Abstraktionen sind Blüten, Köpfe, Körper, Bücher oder afrikanische Masken verstrickt. Die Palette der Künstlerin hat sich über die Jahre verändert: war sie zunächst von einer feminin wirkenden grellen Fröhlichkeit bestimmt, so ist sie mit der Zeit dunkler und stiller geworden, was eine Assoziation zur altmeisterlichen Malerei hervorruft. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Tatsache, dass Emmerich ihre Ausstellungen vermehrt im Sinne eines Salon inszeniert: eine ocker-bräunliche Wandfarbe als Grundlage für Petersburger Hängung.
Es freut mich besonders, dass Hadassah Emmerich die Drucktechnik in ihre Arbeit integriert, ein in der zeitgenössischen Kunst oftmals unterschätztes Medium. Es ist wohl ihrer intensiven Auseinandersetzung mit vergangenen Kunstepochen zu verdanken – man denke an Grafiken Deutscher Expressionisten und Paul Gaugin und deren Begeisterung für die „primitiven“ Kulturen – dass Emmerich den ausdrucksstarken Reiz dieser Praxis wiederentdeckt hat und für ihre Werke verwendet. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass es sich bei Hadassah Emmerichs Linol- oder Holzschnitten um Monotypien handelt: die Platten werden mit jeweils anderen Farben bearbeitet und anschließend von Hand gedruckt; es sind daher keine Editionen, sondern Unikate – kein Blatt gleicht dem anderen. Des weiteren ist zu beachten, dass Emmerich ihre Druckstöcke nicht nur für einzelne grafische Blätter nutzt, sondern die Platten auch in größere Gemälde oder Zeichnungen einarbeitet. So greift sie die gleichen Bildmotive nochmals auf, um sie jedoch in einem anderen Kontext selbst-referenziell zu verarbeiten.
Es ist beeindruckend zu sehen, dass Hadassah Emmerichs Umgang mit den Vorbildern vergangener Epochen und den großen Themen des Kolonialismus und der Globalisierung trotz wissenschaftlicher Recherchearbeit immer auch phantasievoll-spielerisch bleibt. So wohnt den Werken letztendlich ein geheimnisvoller Zauber inne und mit leichtem Schaudern meint man, zwischen den verschlungenen Arabesken wie durch das Blattwerk eines wildwuchernden Dschungels in eine „dunkel lockende Welt“ zu blicken.
Die Ausstellung ist dem Andenken der Galeristin Elisabeth Kaufmann (1948-2010) gewidmet, Gründerin dieser Galerie, Mentorin und Freundin.
Um unsere Website zu Hadassah Emmerich mit Biogaphie und weiteren Informationen zu besuchen, klicken Sie hier.
Download der Pressemitteilung als PDF hier.

The Model, 2008, Lino-cut on paper, 55 x 43.3 cm
HADASSAH EMMERICH: Seance
June 11 – July 17, 2010
Open House Weekend Zurich: Saturday & Sunday, June 12/13, 11 am – 5 pm
We are delighted to announce the solo exhibition „Seance“ with new works by Hadassah Emmerich. The artist was born 1974 in Heerlen (The Netherlands); today she lives and works in Berlin. After her studies at Academie voor Beeldende Kunsten in Maastricht and at Hoger Instituut, Antwerp, Emmerich obtained her Master of Fine Art at London’s prestigious Goldsmith’s College. Over the past years, her paintings, drawings, prints, and murals were exhibited in international museums and institutions, including Erasmus Huis, Jakarta; Museum für Gestaltung, Zurich (both 2010), Centraal Museum, Utrecht (2009); National Gallery of Art, Warsaw; MOCA Miami; van Abbemuseum, Eindhoven; Kunstverein Wolfsburg; Künstlerhaus Bethanien, Berlin; Bielefelder Kunstverein (all 2008), Bonnefantenmuseum, Maastricht (2007); Museum of Contemporary Art, The Hague (2005).
In her works, Hadassah Emmerich investigates the phenomenon of Exotism, by definition “the charm of the unfamiliar“. This Eurocentric view on faraway lands and people concentrates on the exotic aspects of „the other“ and stylizes natives into „the noble savage“. As an artist with German, Chinese and Indonesian family background but born and raised in The Netherlands, Emmerich examines her own existence in-between diverse cultures, without really belonging to one of them. While researching epochs, cultures, and persons on account of her interest in Exotism and Orientalism, she often assimilates their methods and styles. Some of her works give the impression of having been created in Bali 1960 or Jakarta 1920. Thus, Emmerich challenges our interpretations and expectations of certain visual images and iconographic styles.
Typical for her work are the curvy, downright sensual lines that define Emmerich’s drawings, paintings, murals, and prints. Blossoms, heads, bodies, books, or African masks are ensnared in ornamental abstractions. The palette of the artist has changed in the last few years: from a seemingly feminine and garish gaiety into darker, more muted tones. For this reason, new works evoke thoughts of Old Master paintings; an impression underlined by the fact that Emmerich now often stages her exhibitions as a kind of salon with ochre-brown walls and all-over salon hang.
I am overjoyed that Hadassah Emmerich integrates prints into her oeuvre, a medium often underestimated by contemporary art. It might be thanks to her deep involvement with past art epochs – think of prints by German Expressionists and Paul Gaugin and their enthusiasm for “primitive” cultures – that Emmerich has re-discovered the ultimate expressiveness of this medium and uses it for her work. In this context it should be pointed out that Hadassah Emmerich’s lino- and woodcuts are monotypes: the plates are covered by different colors and then printed by hand. This means that they are not editions but unique works – not one sheet is like another. It should also be kept in mind that Emmerich does not only use her printing plates for single sheets but also employs them in larger paintings or drawings. Consequently, she uses the same motives but places them into a new self-referential context.
It is wonderful to see how, even though Hadassah Emmerich is a researcher of past epochs and an investigator of the “big” themes of colonialism and globalization, she is nevertheless able to keep her work playful and full of fantasy. In the end, her works radiate a mystical enchantment and with a slight shiver you seem to catch a glimpse of a “dark alluring world” somewhere within the jungle-like vines of her abstract arabesques.
June 11 – July 17, 2010
Open House Weekend Zurich: Saturday & Sunday, June 12/13, 11 am – 5 pm
We are delighted to announce the solo exhibition „Seance“ with new works by Hadassah Emmerich. The artist was born 1974 in Heerlen (The Netherlands); today she lives and works in Berlin. After her studies at Academie voor Beeldende Kunsten in Maastricht and at Hoger Instituut, Antwerp, Emmerich obtained her Master of Fine Art at London’s prestigious Goldsmith’s College. Over the past years, her paintings, drawings, prints, and murals were exhibited in international museums and institutions, including Erasmus Huis, Jakarta; Museum für Gestaltung, Zurich (both 2010), Centraal Museum, Utrecht (2009); National Gallery of Art, Warsaw; MOCA Miami; van Abbemuseum, Eindhoven; Kunstverein Wolfsburg; Künstlerhaus Bethanien, Berlin; Bielefelder Kunstverein (all 2008), Bonnefantenmuseum, Maastricht (2007); Museum of Contemporary Art, The Hague (2005).
In her works, Hadassah Emmerich investigates the phenomenon of Exotism, by definition “the charm of the unfamiliar“. This Eurocentric view on faraway lands and people concentrates on the exotic aspects of „the other“ and stylizes natives into „the noble savage“. As an artist with German, Chinese and Indonesian family background but born and raised in The Netherlands, Emmerich examines her own existence in-between diverse cultures, without really belonging to one of them. While researching epochs, cultures, and persons on account of her interest in Exotism and Orientalism, she often assimilates their methods and styles. Some of her works give the impression of having been created in Bali 1960 or Jakarta 1920. Thus, Emmerich challenges our interpretations and expectations of certain visual images and iconographic styles.
Typical for her work are the curvy, downright sensual lines that define Emmerich’s drawings, paintings, murals, and prints. Blossoms, heads, bodies, books, or African masks are ensnared in ornamental abstractions. The palette of the artist has changed in the last few years: from a seemingly feminine and garish gaiety into darker, more muted tones. For this reason, new works evoke thoughts of Old Master paintings; an impression underlined by the fact that Emmerich now often stages her exhibitions as a kind of salon with ochre-brown walls and all-over salon hang.
I am overjoyed that Hadassah Emmerich integrates prints into her oeuvre, a medium often underestimated by contemporary art. It might be thanks to her deep involvement with past art epochs – think of prints by German Expressionists and Paul Gaugin and their enthusiasm for “primitive” cultures – that Emmerich has re-discovered the ultimate expressiveness of this medium and uses it for her work. In this context it should be pointed out that Hadassah Emmerich’s lino- and woodcuts are monotypes: the plates are covered by different colors and then printed by hand. This means that they are not editions but unique works – not one sheet is like another. It should also be kept in mind that Emmerich does not only use her printing plates for single sheets but also employs them in larger paintings or drawings. Consequently, she uses the same motives but places them into a new self-referential context.
It is wonderful to see how, even though Hadassah Emmerich is a researcher of past epochs and an investigator of the “big” themes of colonialism and globalization, she is nevertheless able to keep her work playful and full of fantasy. In the end, her works radiate a mystical enchantment and with a slight shiver you seem to catch a glimpse of a “dark alluring world” somewhere within the jungle-like vines of her abstract arabesques.
This exhibition is dedicated to the memory of Elisabeth Kaufmann (1948-2010), founder of this gallery, mentor, and friend.
To visit our website on Hadassah Emmerich with CV and further information, click here.
Download press release as PDF here.

