Irene Weingartner - Kunst 10 Zürich
11. - 14. November, Stand C2
11. - 14. November, Stand C2

Seismographische Aufzeichnung (Signale Nr. U04), 2010, Tusche auf Papier, 90 x 150 cm
Wir bedanken uns bei den Veranstaltern der KUNST 10 ZÜRICH für die freundliche Förderung unseres Solo-Standes mit Zeichnungen und Videoarbeiten der Zürcher Künstlerin Irene Weingartner. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
11. - 14. November 2010, ABB Halle 550, Zürich, STAND C2
Thank you to the organizers of KUNST 10 ZURICH for sponsoring us with a solo-booth to present works by Zurich based artist Irene Weingartner. Looking forward to your visit!
November 11 - 14, 2010, ABB Hall 550, Zurich, BOOTH C2
11. - 14. November 2010, ABB Halle 550, Zürich, STAND C2
Thank you to the organizers of KUNST 10 ZURICH for sponsoring us with a solo-booth to present works by Zurich based artist Irene Weingartner. Looking forward to your visit!
November 11 - 14, 2010, ABB Hall 550, Zurich, BOOTH C2
AufzeichnungenIn ihren Seismographischen Aufzeichnungen registriert Irene Weingartner zeichnend Signale des Körpers und der Umgebung. Musikalische, architektonische oder topografische Begriffe scheinen geeignet, um den visuellen Eindruck der Zeichnungen Irene Weingartners anzuzeigen. Manche vermitteln eher einen Klang – hervorgerufen durch wellenförmige (Noten-)Linien –, andere Blätter erinnern verstärkt an Visualisierungen des Universums, an topografische Karten oder aufgrund von Parallel- und Kreuzschraffuren an technische Zeichnungen. Auch wenn es Werkserien gibt, so arbeitet die Künstlerin dennoch nicht seriell; jedes Blatt behauptet einen singulären Charakter. Anstelle von Kontrolle und einem linearen Nacheinander von Intention und Materialisierung lässt sie ein komplexes Zusammenspiel zwischen Empfindung, Material und Denken, zwischen Signal, Bleistift, Körper, Geist und Papier möglich werden. Die Künstlerin erstellt dementsprechend jedes Blatt am Zeichentisch auf Rollenpapier in Partien, so dass ein Überblick über das gesamte Format nur dann möglich ist, wenn das Blatt an die Wand gehängt wird. Durch dieses methodische Vorgehen macht sich Irene Weingartner – dem Blatt, dem Bleistift oder der Tusche vergleichbar – zum Medium der Aufzeichnung. Das Auge als Instanz der Vernunft, der Evidenz, der Empirie, der Wahrscheinlichkeit, der Koordination, Imitation und Kontrolle wird geschwächt, um die Signale der Umgebung oder des Körpers seismographisch aufzuzeichnen. Die Linien der Aufzeichnungen Irene Weingartners entspringen insofern keinem vorgestellten Bild, auch keinem Vorbild, sie zeichnen auf, spüren nach, bilden Spuren – gezeichnete Linien.
(Auszug aus Linie 2,3,4 – Hanne DarbovenIrene Weingartner. Ausstellungstext von: Elke Bippus)
Video: Erinnerungsblätter
Das Video „Erinnerungsblätter“ besteht aus animierten Zeichnungen, welche auf dem linken Teil der Bildfläche (Gegenwart) auftauchen, sich in den rechten Teil der Bildfläche (Erinnerung) bewegen und dann stehen bleiben. Auf dem rechten Teil der Bildfläche überlagern sich die Zeichnungen (Erinnerungen), bis sie als einzelne nicht mehr erkannt werden können. Diese Arbeit ist ein Versuch, der „Notiz über den Wunderblock“ von Sigmund Freud näher zu kommen, oder auch eine Frage zu unserem Erinnerungsapparat aufzuwerfen. Freud beschreibt den Wunderblock als einen Apparat, dessen Konstruktion eine bemerkenswerte Übereinstimmung mit unserem Wahrnehmungssystem darstellt. Der Wunderblock besteht aus einer Wachstafel, worauf ein Wachspapier liegt welches mit einem Zelluloidpapier geschützt ist. Schreibt man mit einem Stift auf das Zelluloid, wird das Wachspapier in die Wachstafel gedrückt und es erscheint eine graue Spur, so werden die Notizen auf dem Papier sichtbar. Hebt man das Wachspapier von der Wachstafel ab, verschwindet die Notiz auf dem Papier, nicht aber auf der Wachstafel. Bei wiederholtem Vorgang prägen sich alle Notizen in diese Tafel ein und es entsteht eine Dauerspur des Geschriebenen. Bei Bedarf können Aufzeichnungen (Erinnerungen) ins Bewusstsein zurückgeholt werden. Was passiert nun, wenn von einzelnen eingezeichneten Erinnerungen unbemerkt Teile verschwinden oder diese Einschreibungen nicht mehr als einzelne in Erscheinung treten können, wenn all diese Notizen und Aufzeichnungen sich ineinander verkeilen und die Überlagerungen nicht mehr als einzelne Ebenen zurückzuholen sind, sondern diese zu einer einzigen Ebene werden, zu einem Bild, welches sich bei jeder dazukommenden Spur zu etwas Neuem entwickelt und im Laufe der Zeit durch all die Überlagerungen unlesbar wird?
Video: Immer wieder dasselbe
Hinter einem Prozess des Zeichnens wird eine zweite Zeichnung sichtbar, welche langsam als ganze sichtbar wird. Die Zeichnung fängt Feuer und wird von einem Fisch durchlöchert bis sie in einem Strudel ganz zu verschwinden droht. – immer wieder dasselbe – und der Prozess des Zeichnens fängt von neuem an...