Keren Cytter
The Coat, 2010
The Coat, 2010
5'53" digital video, color + sound
The Coat (2010) depicts a dramatic love triangle between two brothers obsessed with the game of sudoku and a beautiful young woman from east Germany. As the story unfolds the viewer is entwined in the turbulent romance between the woman and the younger British brother, who for the past seven years has visited her behind his brother's back. The younger British brother suggests she goes to LA with him, but by the time she is convinced he finds himself in the middle of a hard and challenging sudoku game and is unable to leave. Will he ever go to LA? Will his older American brother ever forgive him after their terrible secret is revealed?
This colorful tragedy combines a wide range of effects and devices to tell it's story.
music: tal hefter
This colorful tragedy combines a wide range of effects and devices to tell it's story.
music: tal hefter
Im Vergleich zu ihren bisherigen Videos, die das Innenleben der jeweiligen Protagonisten thematisieren, rückt im 2010 entstandenen Film „The Coat“ Keren Cytters Arbeit mit visuellen Film-Effekten in den Vordergrund. Vor allem nutzt sie die Möglichkeiten des „split screen“, dessen dramatische Wirkung durch die aufreibende, an typische Thriller erinnernde Filmmusik zusätzlich untermalt wird. „Split screen“, zu deutsch Bildschirmaufteilung, ist eine in den visuellen Medien verwendete Technik, die das Bild in zwei oder mehr Bereiche aufteilt, um mehrere Handlungen oder Bilder gleichzeitig zu zeigen. Im Film war der Split Screen vor allem in den 1960er und 1970er Jahren eine sehr beliebte Technik, wobei das Verfahren selbst bereits in den 1920er Jahren von Abel Gance in seinem monumentalen Spielfilm „Napoleon“ (1927) angewandt wurde. Vorreiter in den 60er Jahren war Andy Warhol mit seinem Spielfilm „The Chelsea Girls“ (1966), ein weiteres berühmtes Beispiel ist der Woodstock-Film von Michael Wadleigh (1970). Zumeist wird die Darstellung vertikal geteilt, um zum Beispiel zwei Telefonierende gleichzeitig zu zeigen. Hatte die split screen Technik in den 60er und 70er Jahren ihre Hochphase, so ist sie doch auch heute noch aktuell, vor allem seit der Einführung des Softwareprogramms Final Cut Pro der Firma Apple.
Cytter arbeitet in "The Coat" mit Cinematools oder auch MTV-Tools, die unter anderem auch für Musik-Clips verwendet werden. Neben der Verwendung von split screen Motiven nutzt die Künstlerin eine Fülle von geradezu surreal wirkenden Effekten: unscharfe, verwackelte Aufnahmen, Überblendungen und Verwischungen der einzelnen Szenen miteinander, extreme Nahaufnahmen von Gesichtern, psychodelische Kaleidoskop-Bilder und Einblendung von Zahlen. Wie bei ihren früheren Videos, so hat Cytter auch bei „The Coat“ die Dialoge der Protagonisten selbst geschrieben. Der lyrisch anmutende Text, vorgetragen von eintönig emotionslosen Stimmen, ist typisch für die gesprochenen Inhalte von Cytters Filmen. Insgesamt gelingt es Keren Cytter mit diesem Werk wieder einmal, das Medium "Video" von einer neuen Perspektive zu durchleuchten.
Dieses Werk wurde von Independent Cinema Office und LUX kommissioniert, mit Unterstützung der National Lottery through Arts Council England.
Cytter arbeitet in "The Coat" mit Cinematools oder auch MTV-Tools, die unter anderem auch für Musik-Clips verwendet werden. Neben der Verwendung von split screen Motiven nutzt die Künstlerin eine Fülle von geradezu surreal wirkenden Effekten: unscharfe, verwackelte Aufnahmen, Überblendungen und Verwischungen der einzelnen Szenen miteinander, extreme Nahaufnahmen von Gesichtern, psychodelische Kaleidoskop-Bilder und Einblendung von Zahlen. Wie bei ihren früheren Videos, so hat Cytter auch bei „The Coat“ die Dialoge der Protagonisten selbst geschrieben. Der lyrisch anmutende Text, vorgetragen von eintönig emotionslosen Stimmen, ist typisch für die gesprochenen Inhalte von Cytters Filmen. Insgesamt gelingt es Keren Cytter mit diesem Werk wieder einmal, das Medium "Video" von einer neuen Perspektive zu durchleuchten.
Dieses Werk wurde von Independent Cinema Office und LUX kommissioniert, mit Unterstützung der National Lottery through Arts Council England.